Während sich die deutsche Regierung noch über Reförmchen streitet und man sich fragt, ob ein Land mit 50 Millionen Heiligen Kühen auf vier Rädern überhaupt wandlungsfähig ist, kommen alarmierende Meldungen vom EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus: Europa ist überraschenderweise der sich am schnellsten erwärmende Kontinent des Planeten – 2025 lag die Temperatur bei uns um etwa 1,2 Grad über dem Durchschnitt der zurückliegenden 30 Jahre. Rund 95% der Fläche Europas hatten 2025 überdurchschnittliche Temperaturen, die Meeresoberflächen waren so warm wie noch nie. In den Jahren 2023 bis 2025 wurde das Pariser Klimaziel mit 1,5 Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit schon gerissen. Die Folgen: Hitzewellen, Dürre, Waldbrände, Stürme und lokal Starkregen. Und das wird hierzulande jetzt noch viel schlimmer werden – noch stärker als in anderen Ecken der Welt.

Man könnte erwarten, dass die Regierung jetzt in den Katastrophenmodus umschaltet, zumal wir ja mit Kriegen, Stagnation und demographischer Entwicklung noch weitere Schrecklichkeiten auf der Tagesordnung haben. Doch unsere Volksvertreter haben viel zu viel Angst vor den Wählern (also uns), als dass sie sich bislang zu wirklich einschneidenden Reformen hätten durchringen können. Jeder Ansatz wird sofort nach dem St.-Florians-Prinzip niedergebrüllt – bei der SPD besonders gerne unter dem Vorwand der „Gerechtigkeit“.

Statt nur zu meckern kommt hier ein konkreter Vorschlag: Abschaffung aller rund ein Dutzend gesetzlicher Feiertage in Deutschland! Religion ist Privatsache, und der Rest wird sowieso nur in kollektive Freizeit umgemünzt. Beispiel der ‚Tag der Arbeit‘ in dieser Woche: lange Zeit eine Forderung der Gewerkschaften und angesichts meist schwerer körperlicher Belastung an 6 Arbeitstagen mit 48 Arbeitsstunden pro Woche auch verständlich. Seit 1933 (!) ist dieser Tag nun arbeitsfrei. Aber was soll das in Zeiten von Work-Life-Balance, Home Office und weit verbreiteter Teilzeit? Die Abschaffung der Feiertage würde 1 Tag Mehrarbeit im Monat bedeuten, was unsere Sozialkassen um einen zweistelligen Milliardenbetrag entlasten würde. Und es wäre eine gerechte Reform, beträfe sie nämlich den Niedriglohnempfänger genauso wie den Spitzenverdiener!

Ob das so kommt? Man wird ja noch träumen dürfen.

Foto: Image pixabay.com | clker-free-vector-images