Energien entfesseln

Energien entfesseln

Die deutschen Koalitionspartner haben sich darauf geeinigt, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) aus Ampelzeiten zu reformieren. Bislang liegen nur Eckpunkte vor, der Gesetzentwurf bleibt abzuwarten. Man kann die Ankündigung aber so lesen, dass künftig mehr Technologieoffenheit bei den Brennstoffen herrschen soll. Vor allem für Gasheizungen soll es eine sogenannte Grüngasquote geben. Sprich: Biomethan. Sofort folgten die erwartbaren Reaktionen der einschlägigen „Fachleute“: Der Markt würde die notwendigen Mengen an nicht-fossilen Gasen gar nicht liefern können; eine Kostenfalle drohe! Wie wäre es denn mal mit den Chancen in der Betrachtung?

Klassisch entsteht Biomethan durch natürliche Fermentation in großen Biogasanlagen, die überall in landwirtschaftlich geprägten Gegenden zu sehen sind. Vor der Einspeisung in die Erdgasnetze muss es zumeist aufbereitet werden. Sollte das Gesetz so kommen, wird sich unser Portfolio-Unternehmen Verbio SE freuen. Darüber hinaus – und hier liegt eine große Chance – kann Biomethan aber auch biotechnologisch mit Hilfe von Archaeen hergestellt werden. Die entsprechende anwendungsnahe Forschung läuft hierzulande seit vielen Jahren. Zum Beispiel im Projekt ORTBIT, das das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert: Hier wird an der Optimierung eines Rieselbett-Bioreaktors für die mikrobielle Biosynthese von Methan mit Archaeen für den kommerziellen industriellen Einsatz gearbeitet. Das Projekt ist schon in der Skalierung. Also los, hier kann man mit Biotechnologie Energien entfesseln!

Foto: © Pixabay | magnascan