Die dramatischen Ereignisse im hierzulande so genannten Nahen Osten beherrschen aktuell die Schlagzeilen und die Kommentare. Die Lage dort ist im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtig. Bevor ich mit Ihnen in eine der untersten Schichten vordringe, hier eine Zahl und ein Datum: 2.630.000.000.000 und 2015. Vor gerade einmal 11 Jahren traf sich die Welt in Paris und traf ein historisch einmaliges Übereinkommen, gemeinsam den Planeten vor einer alles gefährdenden Klimaerwärmung zu schützen. Die Zahl mit den vielen Nullen sind die weltweiten Ausgaben in US$ für Verteidigung, Rüstung und Kriege, die das Londoner IISS für das vergangene Jahr ermittelt hat – also noch vor dem jüngsten Krieg gegen eine zugegeben widerwärtige Theokratie.
Dass die drängendsten globalen Probleme Klimaschutz und Biodiversität/Ökosysteme weitgehend aus dem Fokus gerückt sind, ist umso erstaunlicher, als sie doch mit dem aktuellen Geschehen zusammenhängen. Das Grundproblem ist, dass es der Welt bislang keineswegs gelungen ist, von der Droge fossiles Öl loszukommen. Welche Staaten haben die größten nachgewiesenen Ölvorkommen der Welt? Venezuela (!), Saudi-Arabien und Iran! China kauft 80% der iranischen Ölförderung zu Dumpingpreisen und stützt damit die selbsternannten Gotteskrieger. Der Nahe Osten ist nur deswegen ein sogenanntes Pulverfass, weil dort zufällig aufgrund geologischer Vorgänge in grauer Vorzeit fossiles Öl im Böden steckt. Des Pudels Kern ist schwarz wie Rohöl!
Wären wir auf dem Pariser Klimaschutzweg schneller und weiter vorangekommen, gäbe es schon Staaten auf dieser Welt, die zeigten, dass eine Defossilierung nicht nur ökologisch notwendig ist, sondern auch von Zwängen befreit. Eine dezentrale Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen plus dem großen Fusionsreaktor am Himmel (bayerische Landesregierung: aufmerken!) sowie eine biologisierte Industrie machen unabhängig von Warlords, Gottesfanatikern, Möchtegern-Zaren und „Führern“ mit narzistischen Persönlichkeitsstörungen. Wir brauchen dringend positive Visionen – hier ist eine!
© Foto: pixabay.com | mindworld Daniel R
