Das Novo-Virus grassiert

Novo ist natürlich ein tolles Wort. Es bedeutet neu oder jung in den aktuellen lateinbasierten Sprachen, im Original heißt es „novus“ und steht für neu und frisch. Im Bereich der europäischen Life Sciences-Branche sind unlängst zwei Unternehmen vom Novo-Virus befallen. Wobei man natürlich wissen muss, dass mit dem dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk seit 1923 schon ein Platzhirsch auf der Lichtung steht.

In dieser Woche machte die auf Humangenetik spezialisierte Darwin AG in München ihrem bisherigen, schon etwas merkwürdigen Namen ein Ende und firmiert nun unter Novogenia AG. Man wolle so die Internationalisierung vorantreiben. So weit, so elegant – doch kann es nicht sein, dass jemand an den Kapitalmärkten auf die Idee kommen könnte, die Firma gehöre zur dänischen Novo-Holding? Dort gibt es noch ein paar Novos mehr.

Im Biotech-Bereich sehr bekannt ist die Novo-Tochter Novozymes, die seit einiger Zeit aber auch nicht mehr so heißen möchte. Im Zuge der Fusion mit der Chr. Hansen A/S vor zwei Jahren einigte man sich ausweislich der Markenanmeldung auf eine neue Firmierung, die nach und nach eingeführt wurde: Novonesis A/S. Die gehört wie Novo Nordisk zur Novo Holding, die wiederum das Vermögen der Novo Nordisk Stiftung mehrt. Alles novo, oder was? Immerhin: Die 180 weiteren Portfoliounternehmen der Stiftung heißen nicht Novo.

Foto: Novo Nordisk Stiftung, Zentrale Hellerup/Dänemark