{"id":952,"date":"2026-05-07T13:50:58","date_gmt":"2026-05-07T13:50:58","guid":{"rendered":"https:\/\/biocom.ag\/?p=952"},"modified":"2026-05-07T14:02:02","modified_gmt":"2026-05-07T14:02:02","slug":"biotechnologie-im-kreuzfeuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/biocom.ag\/en\/biotechnologie-im-kreuzfeuer\/","title":{"rendered":"Biotechnologie im Kreuzfeuer"},"content":{"rendered":"<p>Donnerwetter, das kommt nicht alle Tage vor: die Biotechnologie bestimmt die Wirtschaftsnachrichten. Die gr\u00f6\u00dften Wogen schlug diese Woche die Nachricht, dass das Biotech-Vorzeigeunternehmen BioNTech SE mit Sitz in Mainz in der Corona-Epidemie eiligst errichtete Produktionsstandorte in Marburg, T\u00fcbingen, Idar-Oberstein und Singapur mit insgesamt fast 1.900 Besch\u00e4ftigten schlie\u00dfen und die noch nachgefragten Covid-19-Impfstoffe k\u00fcnftig beim Partner Pfizer produzieren lassen will. Insbesondere beim \u00fcbernommenen Ex-Konkurrenten Curevac in T\u00fcbingen ist die Verbitterung gro\u00df. Das Ganze soll 500 Millionen Euro j\u00e4hrlich einsparen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem die Gewerkschaften wettern gegen den vermeintlichen Kahlschlag, der B\u00f6rsenkurs drehte ins Minus. Die \u00fcblichen Schwarzseher haben Hochkonjunktur. Dabei wird geflissentlich \u00fcbersehen, dass BioNTech immer noch mehr als 4.000 Besch\u00e4ftige alleine in Deutschland haben wird und zudem \u00fcber rund 16 Mrd. Euro finanzielle Reserven verf\u00fcgt. Die Konzentration auf das urspr\u00fcngliche Kerngebiet der Onkologie ist sinnvoll, f\u00fcr die Werke gibt es aber mangels fertiger Produkte schlicht nichts zu tun. Die unter dem Stichwort \u201eResilienz\u201c geforderte Vorhaltung von Produktionskapazit\u00e4ten ist nicht die Aufgabe eines kommerziellen Unternehmens \u2013 schon gar nicht in der knallharten Pharmabranche. Stilllegungen sind nie sch\u00f6n, doch konsequenter Umgang mit den Ressourcen hat noch keinem Unternehmen geschadet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der andere Aufreger der Woche war die geplante Reform des Geb\u00e4udeenergiegesetzes. Jetzt wird klar, was die \u201eBiotreppe\u201c bedeuten soll. Zwischen 2029 und 2040 soll der Anteil vorwiegend biogener Energietr\u00e4ger von 10 auf 60 Prozent ansteigen: Biomethan, biogenes \u00d6l und Gas und klimaneutraler Wasserstoff. W\u00e4hrend sich die entsprechenden Hersteller \u00fcber einen Boom am Horizont freuen, kamen sofort die \u00fcblichen Klagen: es g\u00e4be gar nicht genug von diesen Energietr\u00e4gern und vor allem w\u00fcrde das Ganze furchtbar teuer werden. Warum eigentlich: Ein neuer Markt lockt neue Akteure, die wahrscheinlich auch neue Technologien nutzen. Ein freier Markt l\u00e4sst tendenziell die Preise sinken. Auch werden die steigenden CO2-Abgaben eingespart. Also lassen wir doch die Bio-Industrie erstmal auf ihre neue Treppe los. Nicht immer alles schwarzmalen, sondern einfach mal machen. (Huch, ist das jetzt ein Zitat?)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Foto: Image\u00a0<a href=\"http:\/\/pixabay.com\/\">pixabay.com<\/a>\u00a0| x3<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerwetter, das kommt nicht alle Tage vor: die Biotechnologie bestimmt die Wirtschaftsnachrichten. 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