{"id":915,"date":"2026-03-31T10:39:40","date_gmt":"2026-03-31T10:39:40","guid":{"rendered":"https:\/\/biocom.ag\/?p=915"},"modified":"2026-03-31T10:46:58","modified_gmt":"2026-03-31T10:46:58","slug":"klima-krise-krieg-erste-schritte-weg-vom-oel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/biocom.ag\/en\/klima-krise-krieg-erste-schritte-weg-vom-oel\/","title":{"rendered":"Klima, Krise, Krieg \u2013 erste Schritte weg vom \u00d6l"},"content":{"rendered":"<p>Zugegeben, diese Frage hat einen Bart: Warum kaufen wir einen Becher, in dem Joghurt mit 30 Tagen Haltbarkeit verpackt ist, w\u00e4hrend das Gef\u00e4\u00df erst nach Jahrhunderten zu Mikroplastik zerf\u00e4llt? Antwort: Weil es so sch\u00f6n bequem und fossiles \u00d6l als Ausgangsstoff bisher unschlagbar billig ist. Die Klimakrise kommt zu schleichend, um den Ottonormalverbraucher und die Plastikindustrie von ihren Gewohnheiten abzubringen. Dabei k\u00f6nnte man den Becher auch aus Polymilchs\u00e4ure (PLA) auf Basis nachnachwachsender Rohstoffe herstellen \u2013 Danone hatte so einen f\u00fcr Activia bereits erfolgreich auf dem Markt. Aber der gro\u00dfe Durchbruch blieb bislang aus \u2013 siehe oben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Krieg im nahen und mittleren Osten f\u00fchrt nun aber allen vor Augen, wie abh\u00e4ngig wir vom fossilen \u00d6l tats\u00e4chlich sind. Wir h\u00e4ngen daran wie der Junkie an der Nadel. Wenn schon die Klimakrise nicht ausreichte, vielleicht sp\u00fclt jetzt die aktuelle \u00d6lkrise real existierende Alternativen an die Wahrnehmungs-Oberfl\u00e4che. In der Stra\u00dfe von Hormus h\u00e4ngen auch viele Frachter mit Stickstoffd\u00fcnger fest, auf den vor allem Indien dringend wartet. Ammoniak wird haupts\u00e4chlich aus fossilem Erdgas mit dem antiquierten (weil wenig energieeffizienten) Haber-Bosch-Verfahren hergestellt. Die biologische Stickstofffixierung betreiben Bakterien wie zum Beispiel Rhizobien seit Urzeiten \u2013 man denke nur an Ackerbohnen oder Speiseerbsen, in deren Wurzeln die kleinen Helferlein den Ammoniak f\u00fcr die Pflanze produzieren. Da liegt es doch nahe, in der Zukunft auf elektro-biotechnologische Systeme zu setzen, die Luftstickstoff mit Hilfe von Solarstrom in Ammoniak umwandeln. In der \u00dcbergangszeit kann man Haber-Bosch auch mit \u201egr\u00fcnem Wasserstoff\u201c auf Basis von Sonnen- oder Windenergie weiterbetreiben. Alles besser als fossiles Erdgas \u2013 sowohl klima- als auch geopolitisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Punktuell setzt das Umdenken ein, wie ein Beispiel aus Gro\u00dfbritannien zeigt. Die Regierung zahlt der Firma Ensus UK umgerechnet rund 115 Mio. Euro, um eine aufgrund der Trump-Z\u00f6lle erst im vorigen Herbst stillgelegte Bioethanolfabrik im nordenglischen Teesside so schnell wie m\u00f6glich wieder anzufahren. Sie hat dabei auch das als Nebenprodukt anfallende \u201egr\u00fcne CO2\u201c im Blick: Das Werke st\u00e4rke die Resilienz der nationalen Lieferketten und gew\u00e4hrleiste die Versorgungssicherheit nachgelagerter Industrien. Das sollte man vor allem in Deutschland aufmerksam verfolgen, denn Ensus UK Ltd. ist eine Tochtergesellschaft von CropEnergies AG, die wiederum zur deutschen S\u00fcdzucker AG geh\u00f6rt. Aufgrund ihrer biotechnologischen Aktivit\u00e4ten geh\u00f6rt S\u00fcdzucker zu den Portfolio-Unternehmen der BIOCOM AG.<\/p>\n\n\n\n<p>Foto: pixabay.com |  ybernardi<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zugegeben, diese Frage hat einen Bart: Warum kaufen wir einen Becher, in dem Joghurt mit 30 Tagen Haltbarkeit verpackt ist, w\u00e4hrend das Gef\u00e4\u00df erst nach Jahrhunderten zu Mikroplastik zerf\u00e4llt? Antwort: Weil es so sch\u00f6n bequem und fossiles \u00d6l als Ausgangsstoff bisher unschlagbar billig ist. 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